Ah, jetzt hat man auch verstanden, wie das mit den Kommentaren funktioniert. Man muss sie bestätigen – ja, sagt mir das doch.
Ich habe seit geraumer Zeit noch zwei Bewerbungen offen, für die ich mich überhaupt nicht bewerben will. Herr Großpapa war schließlich so aufopferungsvoll, sie mir auszuschneiden, in die Hand zu drücken und zu sagen: „Bewirb’ dich!“
Bei ihm zählt leider kein „Ich möchte diesen Beruf doch aber gar nicht lernen“ und „sollte ich mich nicht lieber für Dinge bewerben, die mir auch Spaß machen?“. Nein, alles Nonsens, keine stichhaltigen Argumente. Was sind denn richtige Argumente, eine Bewerbung abzulehnen?
Anyway. Er hält meine Zukunft in der Hand, bereit sie zu zerquetschen, wenn ich mich nicht füge. Heute morgen sagte ich ihm, ich hätte die Anzeigen nicht gefunden (was auch der Wahrheit entspricht) und wolle sie eigentlich nicht schreiben. Daraufhin wurde er – ja, man kann’s nur grantig nennen – und meinte, es wäre genug. Ich hätte meine Großeltern schon zu lang „verarscht“, wochenlang, wenn sich das nicht bald ändert, ziehe ich eben mit meinem Vater aus. Er fragte, ob ich nicht etwas dazu sagen wolle. Ich erwiderte wahrheitsgemäß: „Ich weiß nicht, was du meinst.“ – woraufhin er vollkommen am Ende war und beteuerte, es wäre ihm genug und ich zieh’ aus.
Wenn ich also die Bewerbungen nicht schreibe, kann ich Abschied nehmen von Haus, Hof, am besten noch Katze, und – das wichtigste – von Zuhause.
Erpressung auf höchstem Niveau.