Gestern Abend beziehungsweise heute Nachmittag hat man drei Bücher beendet.
Alle drei haben etwas.
1. Ian McEwan – The Cement Garden.
Spontankauf gewesen. Ein Buch, das man sieht, kauft und „mal schaut“, was es so hergibt.
Eine Menge. Und darauf lässt nur nicht das Zitat der Times auf dem Cover vermuten: „Darkly impressive.“
Julie, Tom, Sue und Jack (Erzähler) verlieren in kurzem Abstand erst ihren Vater, dann ihre Mutter. Da sie nicht auseinandergerissen werden wollen, begbraben sie ihre Mutter in einem mit Zement gefüllten Koffer im Keller. Dann versuchen sie, ihr Leben wie gewohnt fortzusetzen. Eine Zeit, geprägt von Sinnsuche und Inzest beginnt. Erst als Derek, der Freund von Julie, den Körper der Mutter entdeckt, fliegt alles auf…
Das Buch ist der pure Wahnsinn. Man erwartet, von großer Trauer oder Gefühlen zu lesen, aber alles, was der Leser zu Gesicht bekommt, sind Apathie und Lethargie. Nichts geschieht. Sie leben weiter. Und das Ende des Buches ist – nicht direkt überraschend, aber immer noch fesselnd. Ich möcht’ mehr von Ian McEwan lesen.
2. Jill Smolinski – Die Wunschliste
Die leichte Lektüre des Monats. June Parker ist Opfer eines Autounfalls, bei dem sie am Steuer sitzt und eine ihr unbekannte Frau neben ihr umkommt. Schuldgefühle umklammern sie. Doch Marissa, die Frau neben ihr, hat eine Liste mit 20 Dingen hinterlassen, die sie bis zu ihrem 25. Geburtstag erledigen möchte. Einen Fremden küssen, zum Beispiel, oder ohne BH weggehen. Nach einer Begegnung mit dem Bruder der Verstorbenen nimmt June die Liste in Angriff – ihr bleibt ein halbes Jahr. Noch weiß sie nicht, wie sehr diese Liste ihr Leben verändern wird…
Wunderbarer Kitsch auf bestem Niveau. Nicht das übliche „Ich verrate euch schon am Anfang, wie das Buch ausgeht“ – nein, das Ende kommt eher unerwartet. Und amüsant ist dieses Buch allemal. Lässt darüber nachdenken, ob so eine Liste sinnvoll ist – wenn man denn mit der eigenen 101 goals in 1001 days-Liste fertig ist.
3. Lewis Carrol – Alice’s Adventures in Wonderland
Ein Klassiker, den man gelesen haben muss. Und ich hatte bisher weder den Film gesehen noch das Buch gelesen… Da es Englisch war (und billig), bin ich einige Male nicht ganz hinterher gekommen. Das Buch hat mich sehr verwirrt. King and Queen of Hearts hatten aber was, mit ihrer (gespielten?) Dummheit und auch ihr „Off with his head!“ liest man gern öfter. Nja. Es wird nicht mein Lieblingsbuch sein, aber das Ende war wundertoll und erinnert daran, die eigene Kindheit immer im Herzen zu behalten.
Sollt’ es irgendwann soweit sein, werd’ auch ich dem Weißen Hasen folgen. Kommt daher eigentlich die Redewendung?